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Ein Sommer voller Ideen

Vom Zirkus am Meer über Insektenschutz an der Mosel bis hin zum kreativen Design im Bauhaus: Der Sommer war voller spannender „Kultur macht stark“-Ferienprojekte, bei denen Kinder und Jugendliche neue Erfahrungen sammeln, Talente entdecken und über sich hinauswachsen konnten.

Zwei Kinder in glitzernden Kostümen auf einer Bühne, eines zeigt auf das andere. Im Hintergrund eine Leinwandprojektion mit Schriftzug und ein sitzender Jugendlicher.
© Patryk Witt/jugendtheaterwerkstatt spandau e. V.

Kreative Entdeckungsreise in die Welt der Insekten

„Was, wenn du Flügel hättest?“ Unter diesem Motto lud das Bündnis um die Naturparkinitiative Mosel-Umlaufberge e. V. zum dritten Mal in Folge zu den „NaturSommerFerien“ ins Grüne Klassenzimmer ein. Umgeben von malerischen Weinbergen, befindet sich das Klassenzimmer auf einem etwa 7.000 Quadratmeter großen Brachland oberhalb von Maring-Noviand in Rheinland-Pfalz. Dort tauchten die teilnehmenden Kinder eine Woche lang tief in das Reich der Insekten ein, erforschten deren Anatomie sowie Bewegungsmuster und verarbeiteten ihr neues Wissen künstlerisch.

Aus Naturmaterialien wie Ästen, Draht, Pigmenten und Blumenseidenpapier entstanden eindrucksvolle Mobiles und Flügelobjekte. Passend dazu kreierten die Kinder im Grünen Klassenzimmer Lieder, Tänze und Bewegungsspiele. Zugleich setzten sie sich aktiv mit dem Insektenschutz auseinander: Sie erkundeten den Lebensraum heimischer Bestäuber und errichteten ein Sandarium als Nistplatz für bodenbewohnende Wildbienen. „Der Ferienkurs hat mehr als nur Spiel und Spaß vermittelt. Er hat den Kindern die Augen für die Artenvielfalt und unsere Verantwortung für die Natur geöffnet. Gleichzeitig entdeckten die Teilnehmenden bei künstlerischen, musikalischen und erlebnispädagogischen Aktionen ihre eigene Kreativität, ihre Fähigkeiten und die Freude am gemeinsamen Interagieren und Gestalten“, resümiert Markus Fries, Vorstand der Naturparkinitiative Mosel-Umlaufberge e. V.

Die Begeisterung für das Projekt spiegelt sich auch in den Worten eines Jugendlichen wider, der nach seiner Teilnahme im Vorjahr diesmal als Betreuer mitwirkte: „Besonders schön fand ich, dass die Kinder so viel Spaß daran hatten, den ganzen Tag in der Natur zu sein, auf Entdeckungstour zu gehen und Tiere und Pflanzen genau zu beobachten und kennenzulernen. So war es bei mir im letzten Jahr auch, weshalb ich mich entschieden habe, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.“

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Über das Bündnis

Im Projekt „NaturSommerFerien“ kooperiert die Naturparkinitiative Mosel-Umlaufberge e. V. mit der Grundschule Maring-Noviand, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND), der Kreisgruppe Bernkastel-Wittlich und dem Landkreis Bernkastel-Wittlich. Gefördert wird das Projekt durch die Alevitische Gemeinde Deutschland – im Rahmen von „Open-Air-Culture“ unterstützt der „Kultur macht stark“-Programmpartner deutschlandweit Bündnisse für Bildung, die naturnahe Kunst- und Kulturprojekte umsetzen.

Über den Programmpartner

Erfahren Sie mehr über die Alevitische Gemeinde Deutschland.

Durch Holzbildhauerei über sich hinauswachsen

Eine Waldszene mit drei großen, geschnitzten Zahnskulpturen in den Farben Gelb, Grün und Weiß. Neben dem weißen Zahn steht eine große rote Zahnbürste. Im Hintergrund steht ein Hinweisschild von „Team Zahn“.
© Learning Campus gGbmH

In Trabitz in der Oberpfalz machten Kinder und Jugendliche bereits in den Osterferien den Wald zu ihrem Atelier und bauten einen Skulpturenpark. Das Projekt „Hüter*in des Waldes – Ein Skulpturenpark entsteht“ wird von einem Bündnis rund um die LearningCampus gGmbH getragen. Es wendet sich gezielt an Jugendliche, die in einer herausfordernden Situation aufwachsen, sowie an junge Menschen mit besonderen Bedarfen. Unter Anleitung professioneller Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer erlernten die Zehn- bis 16-jährigen Teilnehmenden handwerkliche Grundlagen der Holzbearbeitung. Aus Holz sowie weiteren Naturmaterialien schufen sie vielfältige Kunstwerke – von Bienenhotels über Baumgeister bis hin zu besonders originellen Motiven wie einer überdimensionalen Zahnbürste –, die symbolisch zu Hüterinnen und Hütern des Waldes werden. Ziel der Initiative ist es, handwerkliches Geschick, Selbstwirksamkeit und Kreativität nachhaltig zu fördern, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und einen engeren Bezug zur Natur aufzubauen.

Die Kinder und Jugendlichen nahmen das Projekt durchweg begeistert auf, wie Projektleiter Ken Kupzok berichtet: „Die Frage nach einer Wiederholung des Programms kam bereits am zweiten Tag auf.“ Auch die Holzbildhauer Sophie Herz und Stefan Schindler waren begeistert: „Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Hintergründen haben mit uns kreative Skulpturen in einer besonderen Umgebung gestaltet. Im Projekt gibt jeder sein Bestes – es ist schön und sinnstiftend, Teil davon zu sein.“ 

Die entstandenen Skulpturen fügen sich nun in den Wald rund um die Entdeckerkirche in Trabitz ein und verwandeln den Ort in einen begehbaren Kunstpfad. In den Herbstferien wird der Skulpturenpark um neue Figuren erweitert, denn dann startet die zweite Workshopwoche.

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Über das Bündnis

Das Projekt „Hüter*in des Waldes – Ein Skulpturenpark entsteht“ wird im Rahmen von „Open-Air-Culture“ der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V. gefördert. Zu den

Bündnispartnern der LearningCampus gGmbH gehören der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald e. V. und der Kreisjugendring Neustadt a. d. Waldnaab.

Über den Programmpartner

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Kreative Identitätssuche in der Jugendtheaterwerkstatt Spandau

Im Projekt „WHO CARES ABOUT US“ widmeten sich rund 60 Kinder und Jugendliche zentralen Lebensfragen: Wer bin ich, wer sind wir und was macht uns aus? Die Teilnehmenden setzten sich künstlerisch mit diesen Fragen auseinander und entwickelten eigene Texte, Songs, Kurzfilme oder Szenen und erarbeiteten gemeinsame Performances und Präsentationen. Ihre Ergebnisse stellten sie schließlich im Rahmen eines Sommerfests ihren Familien und Freundinnen und Freunden vor.
Der als einwöchiges Ferienlager im Juli konzipierte Sommer-Campus bot den Zehn- bis 18-Jährigen ganztägige Kurse nach ihrer Wahl. Neben der künstlerischen Arbeit stärkten gemeinsame Mahlzeiten und Freizeitaktivitäten wie Federball oder Tischfußball das Miteinander. Obwohl die Kurse nach Altersgruppen gegliedert waren, entstand durch den projektübergreifenden Austausch bei den Vorbereitungen für die Abschlusspräsentation ein tiefes Gemeinschaftsgefühl. So erzählt Projektleiterin Iuliia Krunich: „Das Besondere war für mich die einzigartige Atmosphäre, die innerhalb dieser kurzen Zeit entstanden ist. Die Kinder haben sich kennengelernt, Freundschaften geschlossen und sich schon nach wenigen Tagen wie alte Freunde und wie zu Hause gefühlt. Besonders schön war zu sehen, mit wie viel Begeisterung sie ihre kreativen Arbeiten entwickelt und bei der Abschlusspräsentation gezeigt haben. Diese Energie und das starke Gefühl von Gemeinschaft waren für mich sehr inspirierend.“

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Über das Bündnis

Das Projekt „WHO CARES ABOUT US“ wurde von der Jugendtheaterwerkstatt Spandau im Bündnis mit der Siegerland-Grundschule und der Schule am Staakener Kleeblatt umgesetzt. Es wurde durch die Förderung des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband e. V. ermöglicht. Gefördert werden interkulturelle, alltagskulturelle und medienpädagogische Projekte.

Über den Programmpartner

Erfahren Sie mehr über den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

Bauhaus neu gedacht

In einer Holzkiste steht ein weißes Gipsmodell eines modernen Hauses. Das Wort BAUHAUS ist in einzelnen Holzbuchstaben angebracht. Links unten ist ein Namensschild MAREAM 14 befestigt.
© bauhausKINDER©

Bauen, Tüfteln und eigene Ideen Wirklichkeit werden lassen – das stand auch im Mittelpunkt der vier Kreativwerkstätten des Projekts „bauhausKINDER©“. Zunächst setzten sich die Kinder und Jugendlichen mit bekannten Persönlichkeiten der Kunstschule, darunter Walter Gropius, Mies van der Rohe und Marianne Brandt, auseinander. Sie erfuhren, wie deren Werke entstanden sind und warum sie mit ihren klaren Formen und ihrem modernen Design bis heute Menschen auf der ganzen Welt begeistern und inspirieren.

Anschließend wurden die Teilnehmenden selbst zu Designerinnen und Designern und entwarfen futuristische Mini-Gebäude, kreative Möbel oder auch fantasievolle Teeservices. Dabei setzten sie unterschiedliche analoge und handwerkliche Verfahren wie Modellbau, Zeichnung, Collage, Guss, Materialexperiment und Objektgestaltung ein. Ergänzend kamen digitale Medien wie Tablets, 3D-Drucker und verschiedene Kreativ-Apps als künstlerische Werkzeuge zum Einsatz. Die Kinder und Jugendlichen fotografierten, zeichneten, bearbeiteten und dokumentierten ihre Arbeiten digital und entwickelten daraus eigene digitale Künstlerbücher und Präsentationen.

Durch die Auseinandersetzung mit den Prinzipien des Bauhaus konnten die Kinder und Jugendlichen erfahren, dass ihre eigenen Ideen, Wahrnehmungen und Ausdrucksformen wertvoll sind und zu eigenständigen künstlerischen Arbeiten werden können. „Das Besondere war, dass die Kinder und Jugendlichen das Bauhaus nicht nur kennengelernt, sondern selbst weitergedacht haben. Im Zusammenspiel von Handwerk, Beton, Filament und digitalen Medien entstanden mutige, überraschende Ideen – getragen von Neugier, Teamarbeit und echter Beteiligung,“ berichtet Yasmina Budenz vom Mini Verlag der Buchkinder_Weimar e. V. Die entstandenen Werke werden ab September im Kunst Kiosk in Weimar präsentiert und digital dokumentiert.

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Über das Bündnis

„bauhausKINDER©“ ist ein Projekt des Mini Verlag der Buchkinder_Weimar e. V., das im Bündnis mit Radio Lotte e. V. und der Thüringer Gemeinschaftsschule Carl Zeiss durchgeführt wird. Die Umsetzung wird vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. gefördert.

Über den Programmpartner

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Nachhaltigkeit erfahrbar machen

Aus Alt mach Neu: Getreu diesem Motto wurden im Projekt „Upcycling around the Track“ experimentelle Landschaften, Hindernisse und Installationen aus Holzresten, alten Möbeln, Fundstücken und Naturmaterialien gestaltet. Anschließend konnten die Kinder und Jugendlichen diese mit geländegängigen, ferngesteuerten Modellfahrzeugen, sogenannten „Crawlern“, erkunden, verändern und filmisch dokumentieren.

Dabei entdeckten die Teilnehmenden, welches kreative Potenzial in vermeintlichen Abfallmaterialien steckt, wie sich Landschaften durch kleine Eingriffe verändern und wie technische, künstlerische und ökologische Fragestellungen zusammenwirken. Beim gemeinsamen Experimentieren entwickelten sie neue Perspektiven auf den Wert von Ressourcen, den Umgang mit Natur und die Gestaltung unseres unmittelbaren Umfelds. So wurde Nachhaltigkeit praktisch und als gemeinsames Erlebnis erfahrbar. 

„Besonders wichtig war uns ein niedrigschwelliger Zugang für junge Menschen, die bislang wenig Berührung mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen hatten. Durch die Verbindung von Outdoor-Erfahrung, Technik, Gestaltung und Medienarbeit stand das gemeinsame Entdecken und Erleben im Mittelpunkt – und nicht die klassische Wissensvermittlung“, erläutert Projektleiter Christoph Greiffenbach.

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Über das Bündnis

Das Projekt „Upcycling around the Track“ wird von Artistic Movement e. V. im Bündnis mit dem Thamilischen Kulturverein Dortmund e. V. und dem Kulturzentrum balou e. V. durchgeführt und im Rahmen von „Open-Air-Culture“ von der Alevitischen Gemeinde Deutschland e. V. gefördert.

Über den Programmpartner

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Zirkus mit Meeresblick

Ein großes Zirkuszelt mit bunten Stoffbahnen in Pastell- und Primärfarben steht auf einer Wiese.
© Lilith Diringer

Bei der Ferienfreizeit des Vereins MeerManege wurden Zirkusmagie, das Thema Nachhaltigkeit sowie Sport und Spiel miteinander verbunden. Im August konnten Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren sowie Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren jeweils eine Woche lang in Zelten auf dem Gut Hohenhain an der Ostsee übernachten. Neben dem Zirkustraining, das in diesem Jahr unter dem Motto „Detektive“ stand, gab es unter anderem Lagerfeuer, Badeausflüge und gemeinsames Kochen.

Ein besonderes Highlight war der Besuch einer Meeresbiologin. Zusammen mit ihr gingen die Kinder und Jugendlichen keschern und schnorcheln und betrachteten unter dem Mikroskop, gleichsam detektivisch, was im Wasser wächst und lebt. Den Abschluss der beiden Wochen bildeten die Zirkusvorführungen für die Eltern. Die Kinder hatten sich die aufgeführten Nummern selbst ausgedacht und erzählten mithilfe der unterschiedlichsten Disziplinen – von Jonglage über Luftartistik bis hin zu Laufkugel und Partnerakrobatik – spannende Detektivgeschichten.

Lena Kruit, Mitgründerin des Vereins MeerManege, weiß aus eigener Erfahrung, wie bereichernd die Zeit im Zirkus sein kann: „Als Jugendliche durfte ich selbst die Freude und den wertschätzenden Umgang miteinander erleben. Nun können wir diese Erfahrungen ebenfalls Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Besonders ist dabei auch die Nähe zur Natur: Durch das Zelten und den Meeresbezug wird die Verbindung dazu gestärkt.“

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Über das Bündnis

Der Verein MeerManege führt die Ferienfreizeit gemeinsam mit dem KMTV e. V., dem Ferienpassbüro sowie dem Rettungsanker des Amtes für Kinder- und Jugendeinrichtungen der Stadt Kiel durch. Unterstützt wird sie durch das Projekt „Zirkus gestaltet Vielfalt“ des BAG Zirkuspädagogik e. V. Durch diese Zusammenarbeit haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, unter Anleitung von Zirkuspädagoginnen und Zirkuspädagogen die Welt des Zirkus kennenzulernen. 

Über den Programmpartner

Erfahren Sie mehr über den BAG Zirkuspädagogik e. V.

Dieser Beitrag ist im September 2026 erschienen.