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Zurück in die Steinzeit

Von uns - für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt. – Deutscher Museumsbund e.V.

Smartphone, Kühlschrank, Pizza-Lieferservice: Der moderne Mensch liebt diese technischen Errungenschaften. Gerade Kinder und Jugendliche haben sich sehr daran gewöhnt. Ein Besuch im Freilichtmuseum Steinzeitpark Dithmarschen ist daher mit einer Zeitreise vergleichbar – ein Abenteuer! Im Jugendprojekt „Steinzeitreporter – Zeig’s den anderen“, an dem die Gemeinschaftsschule am Brutkamp und das Albersdorfer Jugendzentrum beteiligt sind, begeben sich die jungen Forscher auf die Spuren der Steinzeitmenschen.

Projektleiter Volker Heesch hat ein klares Ziel vor Augen. Er will Jugendliche aus der Region für die Frühgeschichte des Menschen und die Nachwuchsarbeit im Steinzeitpark begeistern. Entstanden ist daraus eine Jugendgruppe, die jeden Dienstag nach der Schule 7.000 Jahre in die Vergangenheit reist.
 
Bei dem Projekt geht es aber nicht nur darum, zu erfahren, wie ein Steinzeitmensch lebt; die Jugendlichen geben ihr erworbenes Wissen auch weiter. So übernehmen Sie beispielsweise einmal im Monat die Besucherführungen und erklären, wie die Menschen in der Phase der Neolithischen Revolution gelebt haben. Als Steinzeitreporter schreiben sie aber auch Zeitungen und Bücher.

„In der Steinzeit musste man alles selber machen“

„Kinder haben einen ganz anderen Zugang zur Steinzeit. Damals war die Gesellschaft sehr jung. Die Hälfte der Bevölkerung war unter 18 Jahre alt“, erklärt Heesch. Ihn treibt ein Wunsch an: „Für mich ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen mit unserer Konsumgesellschaft auseinandersetzen. In der Steinzeit musste man noch alles selber machen. Wer überleben wollte, musste etwas Handwerkliches lernen.“
Gerade dieser starke Bezug auf das handwerkliche Arbeiten ist für Heesch das Besondere bei den Steinzeitreportern: „Ich selbst stamme aus einer Generation, in der das Handwerk nicht mehr über die Familie weitervermittelt wurde. Kinder haben heute fast gar keinen Zugang mehr dazu. Die Steinzeit ist aber ein gutes Testgelände, die eigenen Fähigkeiten zu erforschen.“

„Wir haben einfach gemacht, Dinge versucht“

Bereits im Frühjahr 2015 startete das Projekt mit 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren „In Workshops lernten die jungen Steinzeitmenschen, Kleider aus Leder zu nähen, Schalen zu töpfern, Löffel aus Kuhhörnern zu schnitzen und Feuer mit einem Feuerstein zu entzünden.

Das Highlight der Kids war aber das Kochen. Gegrilltes Fleisch, selbstgemachte Fladen oder Grünkernsuppe – im Laufe der Zeit entstand eine regelrechte Rezeptsammlung, die ein Kochbuch füllen könnte. Insbesondere die Zubereitung von Eiern war ein großes Thema. Es gab Rühr- und Spiegelei vom heißen Stein. Die Eier wurden gekocht, geräuchert oder einfach ins Feuer gelegt.

Bei den Steinzeitreportern steht das Ausprobieren im Fokus: „Ich will nicht einfach dozieren“, erklärt Heesch: „Wir haben einfach gemacht, Dinge versucht. Für mich war es erstaunlich, wie viel die Kinder so ganz nebenbei und beiläufig gelernt haben. Das sehe ich jedes Mal bei den Führungen, welche die Kinder leiten. Da ist viel Wissen.“

Nach den Sommerferien geht es für die Steinzeitreporter von Dithmarschen munter weiter. Dem Ziel, eine dauerhafte Jugendgruppe aufzubauen, ist Heesch mittlerweile ein ganzes Stück nähergekommen. „Es ist nicht leicht, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Mit der Förderung durch ‚Kultur macht stark‘ ging es aber ganz einfach.“

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