Zurück in die Steinzeit

Schnitzen, töpfern, schneidern und kochen wie vor 7.000 Jahren – im Steinzeitpark Dithmarschen haben sich Jugendliche auf eine Reise in die Vergangenheit begeben. Das war ein echtes Abenteuer!


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Zurück in die Steinzeit

BMBF

Smartphone, Kühlschrank, Pizza-Lieferservice: Der moderne Mensch liebt diese technischen Errungenschaften. Gerade Kinder und Jugendliche haben sich sehr daran gewöhnt. Ein Besuch im Freilichtmuseum Steinzeitpark Dithmarschen ist daher mit einer Zeitreise vergleichbar – ein Abenteuer! Im Jugendprojekt „Steinzeitreporter – Zeig’s den anderen“, das von Mitte 2015 bis Mitte 2017 stattfand, begaben sich junge Forscher auf die Spuren der Steinzeitmenschen. Am Projekt beteiligt waren die Gemeinschaftsschule am Brutkamp und das Albersdorfer Jugendzentrum.

Projektleiter Volker Heesch hatte dabei ein klares Ziel vor Augen. Er wollte Jugendliche aus der Region für die Frühgeschichte des Menschen und die Nachwuchsarbeit im Steinzeitpark begeistern. Daraus entstand eine Jugendgruppe, die jeden Dienstag nach der Schule 7.000 Jahre in die Vergangenheit reiste.

Bei dem Projekt ging es aber nicht nur darum, zu erfahren, wie ein Steinzeitmensch lebt; die Jugendlichen gaben ihr erworbenes Wissen auch weiter. So übernahmen sie beispielsweise einmal im Monat die Besucherführungen und erklärten, wie die Menschen in der Phase der Neolithischen Revolution gelebt haben. Als Steinzeitreporter schrieben sie aber auch Zeitungen und Bücher.

„In der Steinzeit musste man alles selber machen“

„Kinder haben einen ganz anderen Zugang zur Steinzeit. Damals war die Gesellschaft sehr jung. Die Hälfte der Bevölkerung war unter 18 Jahre alt“, sagt Heesch. Seine Motivation für das Projekt: „Für mich war es wichtig, dass sich die Jugendlichen mit unserer Konsumgesellschaft auseinandersetzen. In der Steinzeit musste man noch alles selber machen. Wer überleben wollte, musste etwas Handwerkliches lernen.“

Gerade dieser starke Bezug auf das handwerkliche Arbeiten ist für Heesch das Besondere bei den Steinzeitreportern: „Ich selbst stamme aus einer Generation, in der das Handwerk nicht mehr über die Familie weitervermittelt wurde. Kinder haben heute fast gar keinen Zugang mehr dazu. Die Steinzeit ist aber ein gutes Testgelände, die eigenen Fähigkeiten zu erforschen.“

„Wir haben einfach gemacht, Dinge versucht“

Bereits im Frühjahr 2015 war das Projekt mit 15 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren gestartet. „In Workshops lernten die jungen Steinzeitmenschen, Kleider aus Leder zu nähen, Schalen zu töpfern, Löffel aus Kuhhörnern zu schnitzen und Feuer mit einem Feuerstein zu entzünden.“

Das Highlight der Kids war aber das Kochen. Gegrilltes Fleisch, selbstgemachte Fladen oder Grünkernsuppe – im Laufe der Zeit entstand eine regelrechte Rezeptsammlung, die ein Kochbuch füllen könnte. Insbesondere die Zubereitung von Eiern war ein großes Thema. Es gab Rühr- und Spiegelei vom heißen Stein. Die Eier wurden gekocht, geräuchert oder einfach ins Feuer gelegt.

Bei den Steinzeitreportern stand immer das Ausprobieren im Fokus: „Ich wollte nicht einfach dozieren“, erklärt Heesch. „Wir haben einfach gemacht, Dinge versucht. Für mich war es erstaunlich, wie viel die Kinder so ganz nebenbei gelernt haben. Das habe ich jedes Mal bei den Führungen gesehen, die von den Kindern geleitet wurden.“

Nach den Sommerferien 2015 ging es für die Steinzeitreporter von Dithmarschen munter weiter. „Es ist nicht leicht, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen. Mit der Förderung durch ‚Kultur macht stark‘ ging es aber ganz einfach“, sagt Heesch im Rückblick.

Mehr Informationen zum Projekt bietet die Website „Museum macht stark“.