Neue – berufliche – Perspektiven aufzeigen

In einem einjährigen Kreativprojekt haben sich Jugendliche aus der Schmuckstadt Idar-Oberstein mit den Handwerkstraditionen ihrer Region beschäftigt. Dabei erhielten sie auch Impulse für die mögliche Gestaltung ihres weiteren Lebensweges. 

Schmuckprojekt in Idar-Oberstein: Ein Junge arbeitet an einer Werkbank

Vanessa Zöller

Anfangs ist es nur ein Stück Holz, eine Metallplatte oder ein Stein. Doch mit einer guten Idee, der richtigen Technik und viel Geduld entsteht daraus ein schönes Schmuckstück. Diese Erfahrung haben Jugendliche aus dem Raum Idar-Oberstein in dem Projekt „STEINE.MACHEN.SCHMUCK“ gemacht. Ein Jahr lang lernten sie in dem wöchentlichen Kurs, verschiedenste Materialien unter fachlicher Anleitung zu Kunstobjekten zu verarbeiten. Dabei entdeckten die 14- bis 16-Jährigen, was an kreativem Potenzial und handwerklichem Geschick in ihnen steckt – und welche beruflichen Perspektiven die Edelstein- und Schmuckmetropole Idar-Oberstein bietet. Viele der Teilnehmenden besuchen eine Realschule, daher ist für sie das Thema Berufswahl sehr aktuell.

Im Projekt arbeiteten die Jugendkunstschule im Kreis Birkenfeld, die Ida-Purper-Schule und der Idar-Oberstein Campus für Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier als Bündnispartner zusammen. Um den Teilnehmenden einen vielfältigen und praxisnahen Einblick in das Kunsthandwerk zu geben, holte das Bündnis mehrere spezialisierte Fachkräfte dazu, etwa einen Edelsteinschleifermeister und eine Goldschmiedin. Außerdem wurde an unterschiedlichen Orten gearbeitet: im Werkraum der Realschule, in der benachbarten Berufsschule, der Werkstatt der Hochschule. Dabei durften die Teilnehmenden auch selbst Maschinen bedienen und so den Arbeitsalltag im professionellen Handwerk kennenlernen. Exkursionen führten die Jugendlichen an historische wie aktuelle Zentren der Schmuckindustrie, zum Beispiel ins Edelsteinmuseum, zu den Edelsteinminen und auf die Fachmesse Intergem. Zum Projektabschluss präsentierten die Jugendlichen ihre Kunstwerke in einer Ausstellung und erhielten eine Werkmappe mit professionellen Fotos ihrer Arbeiten. Ein Ergebnis, das nicht nur das Gelernte dokumentiert, sondern auch bei einer späteren Bewerbung von Nutzen sein könnte. 

Förderer: Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e. V.