Musik 4.0

In Kaiserslautern wird mit Apps Musik gemacht: In Jamsessions und vertiefenden Arbeitsgemeinschaften erobern Kinder und Jugendliche bei den Angeboten von „app2music_DE“ die Welt der digitalen Musik.

Drei Kinder arbeiten mit Musikapps an Tablets

Max Punstein

Auch wer noch nie Gitarre oder Keyboard gespielt hat, kann bei dieser Jamsession mitmischen: Einmal pro Monat lädt die Emmerich-Smola-Musikschule und Musikakademie der Stadt Kaiserslautern Kinder und Jugendliche ein, zwei Stunden gemeinsam Musik zu machen – allerdings nicht mit Instrumenten, sondern mit Apps auf Tablets. Wer tiefer in die Welt der digitalen Musik eintauchen möchte, kann einen Workshop oder eine der wöchentlich stattfindenden AGs besuchen. Im Bündnis mit der Initiative app2music e. V. eröffnet die Musikschule mit diesen Angeboten jungen Menschen neue Zugänge zu Musik. Technik und inhaltliche Konzepte werden von app2music e. V. gestellt. „Gerade für Kinder und Jugendliche, die bisher wenig mit Instrumenten in Berührung gekommen sind, ist das Musizieren mit Apps ein großartiger Ansatz, um sich auszuprobieren und neue Erfahrungen zu machen“, betont der Leiter der Musikschule Max Punstein. Durch den spielerischen Umgang mit den Apps und das Lernen in der Gruppe erweitern die Teilnehmenden ihre kreativen wie sozialen Kompetenzen.

Aus Geräuschen werden Klänge

In der AG „Klangzimmer“ beispielsweise gehen Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren auf die Jagd nach Geräuschen und Tönen, und zwar sowohl im Kursraum als auch draußen auf der Straße: Unter Einsatz von Drumsticks und Orchesterschlägeln bringen sie Tische, Geländer oder Mülltonnen zum Klingen. Die dabei entstandenen Tonaufnahmen werden dann mit den beiden Kursleitern von hertzmusic e. V. – Musiker und Pädagoge Dane Pereira sowie Produzent und DJ Elias Hörhammer – mit professioneller Software zu Klangbausteinen verarbeitet. „In den Jamsessions musizieren wir mit den vorinstallierten Bausteinen einer App. Die AG geht noch einen Schritt weiter und zeigt, wie einzelne Klänge überhaupt erst in eine App gelangen“, erklärt Max Punstein.

Die bearbeiteten Klänge setzen die Mädchen und Jungen dann in kleinen Teams am Tablet zu eigenen Musikstücken zusammen. Ganz nebenbei erklären die beiden Kursleiter musiktheoretische Begriffe von Dynamik bis Bass Drum. „Die Teilnehmenden haben Spaß, arbeiten gleichzeitig sehr konzentriert und stellen viele Fragen“, berichtet Max Punstein, der regelmäßig bei den Sessions vorbeischaut.

Am Ende sollen die individuellen Stücke der jungen App-Musikerinnen und -Musiker aus dem „Klangzimmer“ zu einer gemeinsamen Collage verwoben werden. Schon jetzt lassen die wummernden Sounds und Beats erahnen, dass ihr Kaiserslautern ziemlich cool klingt.

Die musikalischen Bildungsangebote finden im Rahmen von „app2music_DE“ statt, einer Initiative des Vereins app2music e. V., gefördert von „Kultur macht stark“. Als weitere Bündnispartner engagieren sich die Emmerich-Smola-Musikschule und Musikakademie der Stadt Kaiserslautern sowie das Kulturreferat Kaiserslautern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von app2music e. V.