Liebe, Heimat, Zukunft

In den Workshops von „MeinLand – Zeit für Zukunft“, einem Angebot des langjährigen Programmpartners Türkische Gemeinde Deutschland, setzen sich Jugendliche kreativ mit ihren Lebenswelten auseinander. Dabei entstehen Comics, Hörspiele, Filme und mehr.

„MeinLand – Zeit für Zukunft“: Filmprojekt

TGD e. V. MeinLand – Zeit für Zukunft

Als Filmheld auf der Leinwand erscheinen, die eigene Stimme im Radio hören, eine selbst gestaltete Ausstellung eröffnen: Junge Menschen zwischen zwölf und 18 Jahren, die sonst kaum Bildungsangebote außerhalb der Schule wahrnehmen können, zeigen in den Workshops von „MeinLand – Zeit für Zukunft“, was sie bewegt und was in ihnen steckt. Bereits seit 2013 fördert die Türkische Gemeinde Deutschland (TGD) die kreativ-künstlerischen Angebote als Programmpartner von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Umgesetzt werden die Werkstätten in Bündnissen aus mindestens drei lokalen Einrichtungen. Die Bandbreite der Projekte ist groß: In Ferienwochen oder regelmäßig stattfindenden Kursen wird zum Beispiel geschrieben, gerappt, gefilmt oder fotografiert. Zum Abschluss stellen die Teilnehmenden ihre Ergebnisse bei einer öffentlichen Veranstaltung vor – etwa bei einem Audio-Spaziergang durchs Viertel oder einer Fotoausstellung im Rathaus. Klaus Komatz, Projektleiter von „MeinLand – Zeit für Zukunft“, schaut selbst gern bei Abschlussveranstaltungen vorbei: „Es ist toll zu sehen, was in den Werkstätten entsteht und wie selbstbewusst die Jugendlichen auftreten.“

Beratung aus erster Hand

Radioprojekt "MeinLand – Zeit für Zukunft"

TGD e. V. MeinLand – Zeit für Zukunft

Klaus Komatz leitet das Projektbüro in Berlin seit 2013 und hat das Konzept für das Förderangebot „MeinLand – Zeit für Zukunft“ mitentwickelt. Mit seiner langjährigen Erfahrung berät er am Telefon oder bundesweit bei Infoveranstaltungen Einrichtungen, die sich um eine Förderung bewerben möchten. Dabei unterstützen ihn drei Kolleginnen und Kollegen. Immer wieder zeigt sich, wie wichtig die persönliche Beratung schon vor der Antragstellung ist: „Wenn uns eine Einrichtung ihre Idee kurz umreißt, können wir sagen, ob sie für eine Förderung infrage kommt. Bei Bedarf geben wir auch gern Tipps für mögliche Bündnispartner oder Fachkräfte vor Ort. Dabei können wir unter anderem auf unsere Kontakte aus dem Netzwerk unserer Mitgliedsorganisationen zurückgreifen.“ Reicht der federführende Bündnispartner dann einen Antrag ein, bietet das Projektbüro individuelles Feedback dazu an. Der Antrag kann daraufhin noch einmal nachjustiert werden, bevor die Jury der TGD über die Bewilligung der Förderung entscheidet.  

Als Bündniskonstellation bewährt hat sich laut Komatz zum Beispiel ein Dreiergespann aus einem Jugendzentrum oder einer Migrantenorganisation mit Kontakt zur Zielgruppe, einer Medien- oder Kultureinrichtung sowie einer kommunalen Einrichtung oder einer Zeitung, die für Öffentlichkeit sorgt. „Wir freuen uns, wenn wir Migrantenorganisationen als Antragsteller gewinnen“, sagt Komatz. „Wer sich um eine Förderung bewerben möchte, muss aber weder Mitglied der TGD sein, noch ein Projekt zum Thema Migration anbieten.“ Wenn die Jugendlichen sich mit ihrem Lebensumfeld beschäftigten, kommen Themen wie Identität und Heimat meist von allein zur Sprache. Darüber hinaus geht es in den Workshops um Liebe und Freundschaft, Wunschträume oder die berufliche Zukunft. Dabei ermöglichen gerade auch ungewöhnliche Partner – vom Verkehrsbetrieb bis zum Forstamt – spannende Ansätze.

„MeinLand – Zeit für Zukunft“: Filmprojekt

TGD e. V. MeinLand – Zeit für Zukunft

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben

Ein zentraler Aspekt bei „MeinLand – Zeit für Zukunft“ ist zudem die langfristige Wirkung der Angebote. Deshalb können Bündnisse sich auch für eine Förderung über mehrere Jahre bewerben. Pro Jahr finden dann mehrere grundlegende Workshopeinheiten statt – zum Beispiel für Dokumentarfilm, Spielfilm und Schnitt. Daran schließt sich ein Präsentationsworkshop an, in dem die Teilnehmenden die Abschlussveranstaltung vorbereiten: Sie planen den Ablauf, gestalten Einladungen und moderieren. Durch die öffentliche Aufmerksamkeit erfahren neben den Jugendlichen auch die Bündnispartner eine hohe Wertschätzung. Und: Andere Einrichtungen und potenzielle Teilnehmende werden neugierig. „Jugendliche, die etwa bei einer Aufführung im Jugendzentrum dabei waren, kommen auf die Akteure zu, weil sie auch mitmachen möchten“, erzählt Klaus Komatz. Viele Bündnisse bieten schon seit mehreren Jahren Projekte an, dadurch entstehen langfristige Partnerschaften. Derzeit sind in 13 Bundesländern 39 „MeinLand“-Bündnisse aktiv: 288 Workshop-Wochen mit über 4.000 Jugendlichen wurden jüngst bewilligt. Klaus Komatz und sein Team beraten gern zu weiteren Ideen für Förderanträge, die noch bis zum 30. September eingereicht werden können.

Einen umfassenden Einblick in das Engagement der Türkischen Gemeinde Deutschland im Rahmen von „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ bietet der Film über „MeinLand – Zeit für Zukunft“.

Kontakt

Projektbüro „MeinLand – Zeit für Zukunft“
Tel.: 030 / 26 94 77 69
E-Mail: meinland@tgd.de
Website: meinland.info