Jugendliche begeistern und aktivieren – auch auf digitalem Wege

Total digital lief im Frühjahr 2020 das Projekt „Digital Soap“ in Rostock ab. Das Bündnis um den Metis e. V. akquirierte und betreute das junge Redaktionsteam einer Instagram-Story über Social-Media-Kanäle und Apps.

Ein Mädchen (im Zoo) liest interessiert in einem Buch über die Flucht aus der DDR.

Solo an inspirierenden Orten ins Buch über die Flucht aus der DDR eintauchen – wie hier im Zoo – und dann gemeinsam per Videokonferenz eine packende Insta-Story entwickeln.

Metis e. V.

Durch Werbung auf diversen Kanälen sprachen der Medienkompetenzverein Metis e. V. und seine Bündnispartner Stadtbibliothek Rostock und Mitmachradio LOHRO erfolgreich Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Projekt „Digital Soap“ an: Sie posteten auf Facebook, Twitter, TikTok und Instagram, populären regionalen Jugendtreffportalen und Accounts lokaler Vereine. Gemeinsam mit Projektleiterin Katharina Lifson vom Metis e. V. entwickelten die 13- bis 18-Jährigen eine Online-Story auf Instagram, die von Hanna und Andreas erzählt, die 1989 aus der DDR über die Ostsee in den Westen fliehen.

In täglichen Videomeetings per Smartphone erfanden die Jugendlichen gemeinsam griffige Instagram-Profile der Charaktere, gestalteten Drehbuch und Fotoshooting-Konzept. Um die digitalen Redaktionsbesprechungen für die Jugendlichen ansprechend zu gestalten, hatte das Projektteam vorab professionelle Anregungen zu Online-Moderation einschließlich Tipps zu professioneller Beleuchtung und gutem Sound gesammelt. Per Videochat interviewte die Projektgruppe auch die Rostocker Schriftstellerin Dorit Linke zu deren Jugendroman „Jenseits der blauen Grenze“, der als literarische Vorlage der packenden Geschichte diente. Das Buch lasen die Teilnehmenden jeweils für sich allein, an thematisch inspirierenden Orten wie dem Seewasserbecken im Zoo oder zu Hause. Die Jugendlichen erstellten anschließend Fortsetzungs-Fotostories ihrer Charaktere und posteten sie danach individuell über Instagram und andere Apps.

Das Projekt wurde zum digitalen Fixpunkt im Alltag der Jugendlichen, der sich durch die Schulschließungen und Kontakteinschränkungen infolge von Corona stark verändert hatte. Durch ihre Instagram-Inszenierung fiktionaler Charaktere setzten sie sich kritisch mit der Frage auseinander, inwiefern soziale Medien tatsächlich das echte Leben abbilden. Debatten über Datenschutz und Urheberrecht ergänzten die Literatur- und Medienkompetenzvermittlung im Projekt.

Förderer: Deutscher Bibliotheksverband e. V.