Da ist Musik drin

Kinder und Jugendliche lernen bei „Musik für alle!“ die Welt der Klänge, Rhythmen und Instrumente kennen. Gefördert werden die Angebote vom Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V., Programmpartner bei „Kultur macht stark“.

Bei „Musik für alle!“ bekommen alle eine Bühne: Mädchen und Jungen auf der Bühne beim Singen

Bei „Musik für alle!“ bekommen alle eine Bühne

Nadine Nelken

Von Beatboxen bis Blasmusik, von Mandolinenspiel bis Conga-Kurs, vom Konzertbesuch bis zur Aufführung eines eigenen Musicals – die Bandbreite der Projekte bei „Musik für alle!“ ist groß. Und doch haben sie etwas gemeinsam: Die meisten der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen machen in den Freizeitangeboten zum ersten Mal selbst Musik, etwa weil ihre Familien Instrumental- oder Gesangsunterricht nicht bezahlen können. Im Laufe eines Projekts, ob wöchentlicher Kurs oder Ferienfreizeit, erzielen die Teilnehmenden persönlich wie künstlerisch große Fortschritte. Davon überzeugt sich die Projektleiterin von „Musik für alle!“, Theresa Demandt vom Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V. (BMCO), auch gern selbst: „Es ist schön, zu sehen, wie die Kinder das erste Mal strahlend ein Instrument in der Hand halten, ihre Stimme ganz neu kennenlernen oder übersprudelnd vor Ideen an den Kulissen für eine Aufführung basteln.“ Die Kulturmanagerin betreut mit zwei weiteren Kolleginnen das Projektbüro in der Geschäftsstelle des BMCO in Trossingen. In dem Dachverband haben sich im März 2019 die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände – langjähriger Programmpartner von „Kultur macht stark“ – und die Bundesvereinigung Deutscher Chorverbände – seit 2018 Kooperationspartner bei „Musik für alle!“ – zusammengeschlossen.

Nachhaltige Netzwerke entstehen

„Wir sind Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Förderung“, erklärt Theresa Demandt. Ihr Team berät Akteure vor, während und nach der Antragstellung und unterstützt die administrative Arbeit der Bündnispartner mit Infomaterial, Musterformularen und -verträgen. „Wir geben auch Tipps für die Partnersuche, im Gespräch kommt man oft auf gute Ideen“, sagt die Projektleiterin. Für ein „Musik für alle!“-Projekt müssen sich mindestens drei Einrichtungen zusammenschließen. Oft arbeiten dabei Musikvereine und Chöre, aber auch Kulturzentren oder Musikschulen, zum Beispiel mit einer Schule, der Kommune oder einem lokal engagierten Verein zusammen. Auch außergewöhnliche Konstellationen sind möglich: „Es gab schon Projekte mit Sportvereinen und Kirchengemeinden, der Feuerwehr oder einer Gehörlosenschule“, berichtet Theresa Demandt. Kontakte knüpfen und sich austauschen können Bündnisse auch auf den Schulungen, die das Projektbüro nach jeder Antragsrunde, also dreimal im Jahr, in Frankfurt am Main anbietet. Auf den eintägigen Veranstaltungen werden Anregungen zur Durchführung von Projekten gegeben und auch der Umgang mit den Fördergeldern und die korrekte Dokumentation von Projekten erklärt. Das Angebot richtet sich vor allem an neue Bündnisse, wird aber ebenso gern von bestehenden besucht. Bei den Treffen sind auch schon neue Kooperationen entstanden.  

Wenn die Projektleiterin quer durch die Republik reist, um zum Beispiel bei Veranstaltungen des Verbandes auf das Förderprogramm hinzuweisen, berichtet sie auch von dem nachhaltigen Effekt von „Musik für alle!“: „Kinder und Jugendliche finden über die Angebote Zugang zu Vereinen, werden in die sozialen Strukturen eingebunden und bleiben oft auch nach Projektende dabei. Dadurch erhalten Musikvereine, gerade auf dem Land, Nachwuchs. Und bei der Arbeit mit Partnern vor Ort werden oft ganz neue Potenziale für Kooperationen entdeckt.“  

Baukasten mit viel Gestaltungsfreiraum

Interessierten Akteuren, die sich für eine Förderung bei „Musik für alle!“ bewerben möchten, stehen verschiedene Module zur Verfügung, von denen einige einzeln, andere nur in Kombination beantragt werden können. „Die inhaltliche Ausgestaltung der Module Rhythmus oder Ensemble bietet sehr viel Spielraum“, erklärt Projektleiterin Demandt. „Möglich sind das Spiel im klassischen Blasorchester ebenso wie das Trommeln auf Alltagsgegenständen oder ein Hiphop-Projekt.“ Das Modul Kaleidoskop, bei dem die Teilnehmenden unterschiedliche Instrumente kennenlernen und ausprobieren, kann zum Beispiel zur Vorbereitung des Ensemblespiels angeboten werden. Im Modul Große Bühne studieren Kinder und Jugendliche in einem Ferienkurs ein Musical ein, inklusive Kulissen- und Kostümgestaltung.

Bevor ein Projekt gefördert wird, muss jeder Antrag die fachliche Prüfung durch eine Expertenjury bestehen. „Wir empfehlen daher dringend, sich vor der Antragstellung von uns beraten zu lassen“, betont Theresa Demandt. Dann können erste Projektideen an das Förderprogramm angepasst und weitere Informationen bereitgestellt werden. Seit 2018 konnten bei „Musik für alle“ bereits 240 Projekte bewilligt und damit bis heute rund 3.500 junge Menschen erreicht werden. Noch bis zum 9. September 2019 können sich weitere Bündnisse um eine Förderung bewerben – und wenn alles klappt, noch im November dieses Jahres mit ihrem Projekt starten.

Kontakt

Theresa Demandt
Projektleitung „Musik für alle!“
Tel.: 07425 / 32 88 06 44
E-Mail: demandt@bundesmusikverband.de
Website: musik-fuer-alle.de
Facebook: facebook.com/bdo.mfa