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Besedka – Treffpunkt für Kunst und Kinder

„Künste öffnen Welten. Leidenschaftlich lernen mit Kultureller Bildung“ – Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.

An den großen Flüssen Russlands laden kleine Pavillons dazu ein, sich niederzulassen und ein gemütliches Schwätzchen zu halten. Diese sogenannten Besedkas haben es Monika Spur-Rondeshagen angetan. Sie sind die Inspiration für das Projekt „Besedka“, das die Leiterin des Horts „Coole Kids“ in enger Zusammenarbeit mit der Kunstpädagogin Ina Kaube in Glienicke bei Berlin initiierte.

Die Gemeinde: Lebensraum gemeinsam neu gestalten

Die Gemeinde Glienicke ist übersichtlich. Die kommunale Jugendarbeit, die Grundschule, der Hort „Coole Kids“ und der Kunstverein ARTiFEX liegen fußläufig beieinander. Für Kinder und Jugendliche sind sie die ersten Anlaufstellen. Bei dem gemeinsamen Projekt „Besedka“ brachten die Bündnispartner Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde zusammen, um gemeinsam herauszufinden: was ist Kunst und was macht der Einzelne, um es sich schön zu machen? Zur Kinder- und Jugendkonferenz, die mit einem Rundgang durch die Gemeinde abschloss, kamen 200 Kinder und Jugendliche und brachten das Projekt ins Rollen.

Die Schule und der Hort: im Wandel der kreativen Geister

Von April 2016 bis Juli 2017 machten sich die Kinder und Jugendlichen in kostenlosen Workshops daran, vertraute Orte neu zu erschließen oder neue Orte zu kreieren. Die Kinder im Grundschulalter begeisterten sich vor allem für Module zum Thema Märchen oder zur Natur. Sie arbeiteten zum Beispiel mit Holz, nahmen Tusche und Rohrfeder zur Hand und erkundeten die umgebende Natur. Ina Kaube von ARTiFEX und andere Kunstpädagogen unterstützten sie, ohne jedoch Vorgaben zu machen. „Wir haben oft auch situativ reagiert. Wenn schönes Wetter war, haben wir auch mal das Sofa rausgetragen und es uns dort gemütlich gemacht.“ Auch ihrer vertrauten Umgebung verpassten die Kursteilnehmenden von Besedka ein neues Gesicht. Die Kleineren schmückten den Zaun mit Baumwollfäden, die Größeren setzten die Betonsäulen farblich in Szene. Während des Projektes standen die Werkstätten der Schule und von ARTiFEX offen.

Der transportable Raum: ein Fallschirm als verbindendes Element

Ihre Ergebnisse präsentierten die Kinder und Jugendlichen bei gemeinsamen Festen, zu denen auch die Bürger der Gemeinde eingeladen waren. Ein fester Programmpunkt war dabei das gemeinsame Hochhalten eines alten, großen Fallschirmes. Dieser stand sinnbildlich für den Geist des Projektes. „Wir wollten den Kindern und Jugendlichen auch vermitteln, dass sie mit wenig Aufwand Räume entstehen lassen können. Die müssen nicht immer perfekt sein. Manchmal tut es auch eine kleine Kiste und ein Butterbrot und schon ist ein Kiosk entstanden.“ Das Projekt Besedka hat nicht nur die Kinder und Jugendlichen einander nähergebracht. Monika Spur-Rondeshagen und Ina Kaube sind mittlerweile befreundet und pflegen einen engen Kontakt zu den anderen Bündnispartnern. Weitere gemeinsame Projekte sind bereits in Planung.

Weitere Informationen: http://www.artifexev.de/besedka/
Bilder: Ina Kaube