„Austausch und Vernetzung sind sehr gefragt“

Die regionalen Servicestellen beraten, informieren und vernetzen Akteure im Förderprogramm „Kultur macht stark“. Christine Müller, Leiterin der Servicestelle in Sachsen, berichtet über die vielfältigen Informationsangebote der Beratungsstelle.

Christine Müller, Leiterin der Servicestelle „Kultur macht stark“ Sachsen

Christine Müller, Leiterin der Servicestelle „Kultur macht stark“ Sachsen

Kathrin Weigel

Frau Müller, welche Wege nutzen Sie, um über „Kultur macht stark“ zu informieren?

Ich berate zum einen individuell per Telefon, E-Mail oder auch im Gespräch im Servicestellen-Büro in der Geschäftsstelle des Landesverbandes Soziokultur Sachsen in Dresden. Dort wurde die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Servicestelle 2018 eingerichtet. Durch die Trägerschaft des Landesverbandes und die enge Zusammenarbeit können wir zum Beispiel auf seine Kommunikationskanäle wie Website und Newsletter sowie Kompetenzen und Partner zurückgreifen. Die stellvertretende Geschäftsführerin des Landesverbandes Andrea Gaede unterstützt die Arbeit der Servicestelle inhaltlich und konzeptionell. Neben der individuellen Beratung nutzen wir zum anderen unterschiedlichste Veranstaltungen, um „Kultur macht stark“ landesweit bekannt zu machen. Dabei setzen wir vor allem auf Kooperationen: Wir docken uns sozusagen an Veranstaltungen verschiedener Partner an und erreichen so mit geringerem Organisationsaufwand eine größere Reichweite, als wenn wir nur eigene Veranstaltungen durchführen würden.

Wie sieht so eine Kooperation in der Praxis aus?

Am 12. Februar 2020 ist die Servicestelle zum Beispiel bei der Veranstaltung „Ratgeber Kultur“, einem wöchentlichen Beratungsangebot des Netzwerks für Kultur- und Jugendarbeit Chemnitz, zu Gast. Neben mir werden Vertreterinnen zweier Programmpartner von „Kultur macht stark“ vor Ort sein und ihre Förderangebote vorstellen. Regelmäßig nehmen wir auch an Spartentreffen in ganz Sachsen teil. Sie werden von den Netzwerkstellen für Kulturelle Bildung der acht Kulturräume organisiert, die in Sachsen für die regionale Kulturförderung zuständig sind. Bei diesen Veranstaltungen treffen sich zum Beispiel die Museen oder Theater einer Region. So können wir, gerade auch im ländlichen Raum, gezielt Akteure über Fördermöglichkeiten von „Kultur macht stark“ in der jeweiligen Kultursparte informieren. Darüber hinaus sind wir auf Messen vertreten, etwa hier in Dresden zuletzt auf der Fördermittelmesse im Januar oder im kommenden September auf dem Sächsischen Fundraisingtag. Bei allen Veranstaltungen ist das Interesse am Förderprogramm groß und wir knüpfen viele Kontakte für eine vertiefende Beratung im Nachgang.  

Mit welchen Fragen wenden sich interessierte Akteure an Sie?

Oft geht es darum, wie das Bundesförderprogramm überhaupt funktioniert, welche konkreten Fördermöglichkeiten sich Einrichtungen bieten und wie die Antragstellung erfolgt. Für viele stellt sich zunächst die Frage, welche der 29 Programmpartner am besten zur eigenen Projektidee passen. Da geben wir erste Orientierung. Jenseits der größeren oder mittleren Städte stehen engagierte Akteure immer wieder vor der Herausforderung, passende Bündnispartner zu finden. Wir versuchen dann, mit unseren Netzwerkkontakten auszuhelfen und trotz der teilweise ausgedünnten Infrastruktur, mögliche Partner vor Ort ausfindig zu machen.

Erfahrungsaustausch und Vernetzung – darauf zielt auch Ihr Angebot der Werkstattgespräche ab. Was genau hat es mit diesem Format auf sich?

Zu den Werkstattgesprächen laden wir Akteure, die bereits in Bündnissen aktiv sind, für einen halben Tag nach Dresden ein. Im Vorfeld des ersten Werkstattgesprächs erhielten wir so viele Anmeldungen, dass wir 2019 insgesamt drei Treffen durchgeführt haben. Das zeigt, dass Austausch und Vernetzung sehr gefragt sind. Rund 15, maximal 20 Bündnisakteure je Werkstattgespräch teilen ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der Durchführung von Projekten miteinander und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze. Ein wiederkehrendes Thema ist dabei beispielsweise das Erreichen und die regelmäßige Teilnahme der Zielgruppe. Und natürlich ist das Format eine gute Gelegenheit, um andere Akteure kennenzulernen. Gerade aus dem ländlichen Raum waren viele Teilnehmende aus dem diesem Grund da. Alle sind mit neuen Kontakten und Projektideen aus dem Treffen herausgegangen. Am 2. April 2020 findet das nächste Werkstattgespräch statt. Außerdem plane ich für das zweite Halbjahr ein Netzwerktreffen aller sächsischer Akteure im größeren Rahmen.

Anfang des Jahres haben Sie zudem einen Leitfaden für „Kultur macht stark“ in Sachsen herausgebracht. Was bezwecken Sie mit der Publikation?

Ich habe in der Beratung immer wieder festgestellt, dass es hilfreich wäre, Interessierten nach einem Gespräch oder bei einer Veranstaltung wesentliche Infos rund um „Kultur macht stark“ sowie Kontakte von regionalen Ansprechpartnern in gebündelter Form mitzugeben. Dafür hat die Servicestelle nun gemeinsam mit dem Landesverband Soziokultur Sachsen einen Leitfaden entwickelt, der in gedruckter Form und als Download verfügbar ist. Für interessierte Akteure bieten zum Beispiel die darin aufgeführten Ansprechpartner der kulturellen Bildung in Sachsen einen Ansatzpunkt für die Bündnispartnersuche. Auch unsere Multiplikatoren, wie etwa die Netzwerkstellen in den Kulturräumen, können mit der auf unser Bundesland zugeschnittenen Broschüre nun Informationen zum Förderprogramm in kompakter Form an Interessierte weitergeben. Die Nachfrage ist enorm: Zwei Wochen nach Erscheinen haben wir schon 500 Exemplare, also ein Viertel der ersten Auflage, ausgegeben. Wir sind überzeugt, dass der Leitfaden wie unsere gesamte Arbeit dazu beiträgt, „Kultur macht stark“ in Sachsen weiter zu verankern und mehr Kindern und Jugendlichen Zugang zu kulturellen Bildungsangeboten und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen.  

Die Servicestelle „Kultur macht stark“ Sachsen informiert und berät seit 2018 zum Bundesförderprogramm. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und befindet sich in Trägerschaft des Landesverbands Soziokultur Sachsen. Seit Februar 2019 leitet die studierte Kulturmanagerin Christine Müller die Servicestelle mit Sitz in Dresden.

Aktuelle Informationen und Hinweise zu Veranstaltungen sowie den Leitfaden zum Download finden Sie auf der Website der Servicestelle „Kultur macht stark“ Sachsen.

Kontakt

Christine Müller
Servicestelle „Kultur macht stark“ Sachsen
c/o Landesverband Soziokultur Sachsen e. V.
Alaunstraße 9, 01099 Dresden
Tel.: 0351 / 80217 65
E-Mail: kms@soziokultur-sachsen.de