Aktive Beteiligung ermöglichen

Sich einbringen und etwas bewegen zu können, ist eine prägende Erfahrung. Das haben auch Jugendliche in Neuss erlebt, die in einem „Kultur macht stark“-Projekt einen Kultur- und Freizeitführer aus ihrer Sicht auf die Stadt gestaltet haben.

Ausschnitt aus „Neuss to go“: Sympathische Comicfiguren führen durch die Stadt

Ausschnitt aus „Neuss to go“: Sympathische Comicfiguren führen durch die Stadt

Interkulturelle Projekthelden e. V.

„Neuss to go“ heißt der erste Guide der Stadt, der die Kultur- und Freizeitangebote vor Ort aus der Perspektive junger Menschen darstellt. Mehr als 40 Jugendliche haben in einem „Kultur macht stark“-Projekt gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern ein Jahr lang an der Publikation gearbeitet. Dem Bündnis aus dem Verein Interkulturelle Projekthelden e. V., dem Kulturamt Neuss und dem Theater am Schlachthof war dabei eins besonders wichtig: mit den Teilnehmenden auf Augenhöhe zu arbeiten. Im Projekt sollte ein Produkt nach Vorstellung der Teilnehmenden, nicht der der Initiatoren entstehen. Die Jungen und Mädchen haben alle Schritte selbst mitgestaltet: von der Recherche an den Kulturorten über die textliche und grafische Aufbereitung der Inhalte bis zur finalen Gestaltung des Stadtführers.

Im Projekt konnten sich die Jugendlichen künstlerisch ausprobieren, ihre Stärken und Interessen herausfinden und so aktiv teilhaben. Gerade Teilnehmende, die sich etwa aufgrund bisheriger schulischer Erfahrungen das Schreiben oder Zeichnen anfangs nicht zutrauten, hatten dadurch persönliche Erfolgserlebnisse. Auch konnten die Jugendlichen ihre Wünsche und Ideen jederzeit in den Prozess einbringen. Auf ihre Initiative hin wurde zum Beispiel zusätzlich zum Kulturführer ein Stadtplan entwickelt, der die Angebote Neusser Jugendeinrichtungen abbildet. Die Texte, Fotos und Zeichnungen für den Stadtführer erstellten die Teilnehmenden in drei Gruppen und führten die Ergebnisse anschließend im gemeinsamen Austausch zusammen. Die Einrichtungen selbst wurden erst zum Schluss in die Diskussion des Entwurfs eingebunden. Durch die intensive Arbeit am Stadtführer haben die Teilnehmenden nicht nur ihre Stadt neu kennengelernt, sondern ein Stück weit auch sich selbst. Und sie haben erfahren, dass sie ernst genommen werden, sich einbringen und mitgestalten können. 

Förderer: Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen e. V.