„Expedition zu einem fremden Planeten“

KMS plus: Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e.V – „Kulturplus“

Sie stammen aus Afghanistan, Syrien oder Guinea. Sie sind ohne Eltern geflohen und haben auf ihrer Flucht über Land und Meer oftmals schreckliche Dinge erlebt. In Deutschland fühlen sich unbegleitete junge Erwachsenen nun erstmals seit langer Zeit in Sicherheit. Jetzt steht die nächste Herausforderung bevor: die Integration. Sprachkurse sind ein erster Schritt, aber darüber hinaus auch das Kennenlernen des fremden Rechts-, Werte- und Normensystem oder das Essen und sogar das Wetter.

„Und es geht auch um Kultur“, sagt Gunther Fuchs. Der Künstler und Grafikdesigner ist Seminarleiter des Projekts „Expedition zu einem fremden Planeten“. Unterstützung erhält er von dem Fotografen und Naturpädagogen Torsten Hormel. Zum Team gehören darüber hinaus Sprachmittler der Integrationslotsen der Stadt Bensheim und dem Haus am Maiberg, einer Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz. Das Projekt profitiert davon, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzielle Unterstützung für junge erwachsene Flüchtlinge durch „KULTUR MACHT STARK PLUS“ zur Verfügung stellt.

In Gruppen erkunden die vorwiegend jungen Männer im Alter von 18 und 26 Jahren ihre Umgebung. „Es ist tatsächlich wie eine Expedition in ein unbekanntes Terrain für sie“, schildert Gunther Fuchs. „In Flüchtlingsunterkünften leben sie in Wohngruppen und sind oft außerhalb der Stadtzentren untergebracht. Während des fünftägigen Projekts ziehen sie ins Haus am Maiberg und nehmen an unseren kulturpädagogischen Angeboten teil.“

Die Gruppen lernen kulturelle oder historisch bedeutsame Orte der Region kennen – das Haus des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber zum Beispiel. Oder sie machen Ausflüge zum Felsenmeer oder auf die Starkenburg. „Da nicht alle auf einem Sprachlevel sind, verarbeiten die Teilnehmer ihre Erlebnisse bildhaft mit Hilfe von Fotos oder auch Zeichnungen. Diese werden mit einem einfachen Gestaltungsprogramm am Computer präsentabel gemacht, zum Beispiel in Form von Comics“, beschreibt Fuchs, der mit seinen 60 Lebensjahren oftmals eine Art Vaterrolle einnimmt. Für das nächste Projekt, das am 27. November 2017 beginnt, gibt es noch freie Plätze.

Vernetzung: In Heppenheim arbeiten die Arbeiterwohlfahrt, ein Künstler und der Integrationsleiter der Stadt Bensheim zusammen, um junge Flüchtlinge beim Einleben in Deutschland zu begleiten. Das Medienprojekt setzt auf eine bildhafte Sprache.

Datum: 27. November – 1. Dezember 2017

Ort: Haus am Maiberg (Akademie für politische und soziale Bildung der Diözese Mainz)

Kontakt: Gunther Fuchs, Mobilnummer 0160 / 96232199, Mail: post@fuchs-design.ne