„Fünf Minuten Vorlesen täglich machen den Unterschied“
Vom regelmäßigen Vorlesen profitieren Kinder im Vorschulalter enorm. Warum? Anlässlich des diesjährigen bundesweiten Vorlesetages fragten wir nach bei Martina Melster. Sie ist stellvertretende Schulleiterin an der Robert-Reinick-Grundschule in Berlin und begleitet den dortigen „Kultur macht stark“-Leseclub.
Frau Melster, am 21. November war der Chef des Bundeskanzleramtes Thorsten Frei an Ihrer Schule zu Besuch, um auf die Bedeutung des Vorlesens hinzuweisen. Wie wichtig ist es, Kindern vorzulesen?
Melster: Es ist wahnsinnig wichtig. Kindern vorzulesen – übrigens egal in welcher Sprache – hilft ihnen ungemein, ihre Fähigkeiten des Zuhörens und der Gedankenentfaltung zu entwickeln. Es stärkt ihre Fantasie und weckt allgemein die Lust an Büchern. Aus unserer Sicht kann man damit gar nicht früh genug anfangen und daher sind die Eltern auch schon im Vorschulalter sehr gefragt.
Was eignet sich als Einstiegslektüre für Kinder im Vorschulalter?
Melster: Das kann man nach Belieben aussuchen. Es passt eigentlich alles, woran das Kind Interesse zeigt. Am Anfang sind das zum Beispiel oft Vorschulbücher mit weniger Text und mehr Bildern. Zentral ist, mit dem Kind in ein gemeinsames Gespräch über den Inhalt zu gehen.
Worauf kommt es beim Vorlesen an?
Melster: Am wichtigsten ist es, sich die Zeit dafür zu nehmen und das wirklich regelmäßig zu machen. Es reichen bereits fünf bis zehn Minuten am Tag aus. Ansonsten sollte man nicht zu schnell lesen. Und geduldig sein, wenn die Kinder auch mal selbst vorlesen wollen. Ab dem Schulalter können sich Erwachsene und Kinder dann auch gut gegenseitig abwechseln.
Das Interview wurde im November 2025 veröffentlicht.