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„nordwärts“: Nachwuchsreporter aus dem Erfurter Norden

„Kultur macht stark - Jugendgruppe erleben“ - Deutscher Bundesjugendring e.V.

Anne, Emely, Mohamed und ihre Freunde sind unzufrieden. Sie wollen, dass sich etwas tut: „Wann wird hinter den Häusern in der Havannaer-Straße endlich ein neuer Spielplatz gebaut?“ Ortsteilbürgermeister Torsten Hass muss im ersten „nordwärts“-Heft Rede und Antwort stehen. Das junge Redaktionsteam von „nordwärts“ schaut wie erfahrene Lokalreporter ganz genau hin, was vor Ort geschieht und löchert die Verantwortlichen mit Fragen. „Es gibt viele Dinge, die Kinder und Jugendliche bewegen, die von ihnen entdeckt und erforscht werden wollen“, berichtet der Projektverantwortliche David Rolfs vom Verband Naturfreundejugend.

Der Jugendverband besteht bereits seit etwa 100 Jahren und hat sich Themen wie Nachhaltigkeit, Mitbestimmung, Toleranz und Demokratie verschrieben. Zu diesem Zweck organisiert er Veranstaltungen wie Ferienfreizeiten und hat „nordwärts“ ins Leben gerufen, die er zusammen mit ortsansässigen Institutionen wie Schulen oder Jugendclubs umsetzt.

„Durch die Zeitung können die Jugendlichen zeigen, welche Möglichkeiten und Angebote zur Freizeitgestaltung der Erfurter Norden bietet“, erklärt Rolfs. Deshalb führen die Jungreporter nicht nur Interviews, sondern berichten über Stadtteilfeste, Events in den Sommerferien oder Fußballturniere. Bislang sind bereits drei Ausgaben der Jugendzeitung erschienen, jede davon ganze 20 Seiten stark.

„Die größten Glücksmomente der Kinder habe ich erlebt, wenn sie ein Foto oder einen Artikel von sich selbst in der Zeitung wiederfinden oder jemanden entdecken, den sie kennen“, berichtet Franz Sommerfeld, der „nordwärts“ ehrenamtlich mitbetreut.

Aktuell arbeitet das Erfurter Team bereits an Ausgabe Vier. Regelmäßig trifft es sich zu Redaktionsbesprechungen. Dort schlagen die Kinder und Jugendlichen neue Themen für die nächste Ausgabe vor und besprechen, was zu tun ist. Besonders die Mitbestimmung wird in der „nordwärts“-Redaktion großgeschrieben, sowohl bei den Inhalten der Zeitung als auch der Umsetzung. Bevor sie sich an die Arbeit machen, teilen sie die Aufgaben untereinander auf.

Nur das Layout der Zeitung wird noch hauptsächlich von Erwachsenen übernommen, aber auch das können sich die Kinder und Jugendlichen erklären lassen und auf Wunsch bald selbst übernehmen. Wenn alles fertig ist, geht es in einen Copyshop vor Ort, wo die Zeitung schließlich gedruckt wird – und natürlich gibt es sie auch digital als PDF. Die druckfrischen Exemplare gehen an Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie Jugendclubs und Schulen. Und vielleicht lassen sich dort junge Leser dazu inspirieren, bald selbst bei der Zeitung mitzumachen.

„Die Kinder und Jugendlichen sollen durch das Medium die Möglichkeit haben, ihre Anliegen und ihre Ideen zu benennen und veröffentlichen“, erklärt Rolfs die Idee der Zeitung. Denn sie soll ein Sprachrohr für die Interessen der Kinder und Jugendlichen sein sowie eine Plattform, mit der sie das Leben in ihrer Umgebung mitgestalten.

Hier geht's zum „nordwärts“-Heft Nr. 3